Kleidung Zum Shoppen

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Klamotten shoppen Havanna  Einkaufen, Havanna, Kuba

Ein Laufsteg steht ganz vorne im Raum, daneben befindet sich ein Hintergrund für Fotoshootings. Als nächstes fallen dicke Litfaßsäulen ins Auge. Wer sie lesend umrundet hat, kommt an Schaufenstern vorbei, passiert eine Kleiderstange und landet in einer Umkleidekabine mit Spiegeln. Im Museum für Kunst und Gewerbe vereint die aktuelle Ausstellungsarchitektur alle Elemente der Modepräsentation.

klamotten shoppen havanna einkaufen, havanna, kuba
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Kleidung ist jedoch nicht zu sehen. Die Mode, genauer: das massenangefertigte Modeprodukt Fast Fashion, wird vielmehr in Fakten und Zahlen, in Fotos und Filme aufgeribbelt. Der rote Faden reicht dabei von den Fasern, aus denen der Stoff besteht, bis zur Altkleiderentsorgung. Die Kulissen des Raumes dienen als Träger der Information.

„Wir gehen nicht von Objekten, sondern von einem Inhalt aus“, sagt die Kuratorin Claudia Banz über die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“. Dieser Inhalt ist ein weites Feld. Am Pranger stehen die Mechanismen der Textil- und Kleidungsindustrie im Zeitalter kurzer Nutzungsphasen.

Die Wissenschaftler haben für die erste umfassende Präsentation zum Thema tief gegraben und aufrüttelnde Wahrheiten zutage gefördert – auch über unsere Manipulierbarkeit. So erfahren wir mehr, als uns lieb ist, unsere Verdrängungsmechanismen werden sabotiert. Eine ganz ähnliche, ebenfalls nachhaltige Wirkung übte die Schau über Plastikmüll aus, die vor zwei Jahren am selben Ort zu sehen war.

jugendliche, die kleidung kaufen stockfotos und bilder kaufen alamy
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Die Botschaft richtet sich direkt an den Konsumenten, der sein Kaufverhalten hinterfragen soll, und der letztendlich zusammen mit den global agierenden Textilkonzernen in der Kritik steht. „Müssen wir uns ständig neue Klamotten kaufen?“ Das ist für die Kuratorin die Kernfrage. Der Markt ist übersättigt, Kleidung wird nicht mehr wertgeschätzt, wir verlieren den Sinn für Qualität.

Fast Fashion ist ein junges Phänomen, das erst seit den 90er-Jahren existiert. Der Durchschnittskonsument besitzt heute viermal mehr Kleidung als 1980. Die Lust auf Neues wird dadurch erzeugt und geschürt, dass in geringen Zeitabständen neue Kollektionen auf den Markt kommen. Zugleich werden die Preise so niedrig gehalten, dass der Kunde viel öfter shoppen geht, als es nötig wäre, denn die Schnäppchenjagd führt zu Erfolgserlebnissen – und die machen glücklich. Einkaufen als Droge: „Das Marketing macht sich die Ergebnisse der Hirnforschung zunutze“, erklärt Banz, wir werden durch ausgebuffte psychologische Tricks beeinflusst.

Neuerdings nutzten junge Konsumentinnen die sozialen Medien, um mittels privat gedrehter „Haul Videos“ die billige Beute ihrer Shoppingtouren wie Trophäen vorzuzeigen. Mehr Gedankenlosigkeit geht nicht. „Wir können uns unseren Konsum nur leisten, weil am anderen Ende der Produktionskette die Arbeiter leiden“, sagt Banz. Längst ist die Bekleidungsherstellung in die Billiglohnländer ausgelagert worden. Die Mitarbeiter des Museums haben die Etiketten aus ihren Kleidern geschnitten und auf eine große Weltkarte gepinnt: „Made in China“ steht auf den meisten, ferner Indien, Bangladesch, Vietnam, Kambodscha.

mädchen kleidung kaufen, beim shoppen in der mall
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Die Bekleidungsbranche ermöglicht als sogenannte Pionierindustrie Arbeit und Lohn für Ungelernte und kurbelt so die wirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern an. Technisches Fachwissen ist für die Produktion unnötig, außer in Nähmaschinen muss nicht viel investiert werden. Doch die Arbeiter schuften sowohl in Fernost als auch in Osteuropa und der Türkei unter menschenverachtenden, ausbeuterischen Bedingungen.

Die Sicherheitsstandards sind mangelhaft, es gibt weder Versicherung noch Kündigungsschutz, der Lohn reicht nicht zum Leben. Bei der Herstellung von Fast Fashion liegt der Anteil für die Lohnkosten bei ein bis zwei Prozent, die Gewinnspanne indes beträgt 30 bis 40 Prozent.

Die Primark-Eröffnung in Berlin war perfekt durchinszeniert, sogar der irische Premier hielt eine Rede. Die skandalösen Arbeitsbedingungen der Näherinnen blenden die Kunden beim Shopping aus.

in geschäften shoppen während corona: kann ich mich beim kleidung
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Quelle: Die Welt

Alarmierend ist auch die Ökobilanz. Die Textilbranche ist die größte chemieverbrauchende Industrie. Die Herstellung, Veredlung, Nutzung und Entsorgung von Kleidung verursacht eine hohe Luft- und Abwasserverschmutzung und verschlingt enorme Ressourcen. Schon beim Anbau der wichtigsten Naturfaser Baumwolle etwa wird sehr viel Wasser benötigt. Flussumleitungen zur künstlichen Bewässerung von Baumwollplantagen in Usbekistan haben dazu geführt, dass der Aralsee auf zwei Drittel seiner ursprünglichen Fläche geschrumpft ist – eine direkt durch den Menschen verursachte Umweltkatastrophe.

Die Alternativen zur Fast Fashion sind Kleidertauschbörsen. Flohmärkte. Ein Kleiderschrank mit wenigen, dafür hochwertigen Stücken. Oder auch: Ethische Mode, die höheren Sozial- und Umweltstandards genügt. Nachhaltige Fasern sind zum Beispiel Leinen, Jute, Hanf und Brennnessel, auch Milchfasern und Seealgen finden Verwendung. Leder wird nicht mit Chrom. sondern mit Rhabarber gegerbt; statt der Daunen, die Gänsen vom lebendigen Leib gerupft werden, kommt in Steppjacken neuerdings ein Produkt aus recycelten PET-Flaschen zum Einsatz.

dein portemonnaie ist genau so leer wie dein kleiderschrank? so
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Diese „Slow Fashion“ zeigt die Ausstellung in einem Laborbereich. Eine Entwicklung finde derzeit statt, sagt Banz, Politiker etwa setzten sich für die Transparenz in der Lieferkette ein, in einigen Unternehmen gibt es Bestrebungen, umzudenken. Einen Bewusstseinswandel durchlaufen auch die Designer, „das Denken geht weg von der Mode – hin zur Kleidung“. Wer ethische Textilien trägt, kann sich als verantwortungsvoller Konsument im Spiegel der Umkleidekabine selbst ins Gesicht sehen.

„Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode.“ 20. März – 20. September, Museum für Kunst und Gewerbe.

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lokal shoppen: nachhaltige kleidung in hamburg kaufen endlich grün
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lizenzfreies foto 8 freundinnen shoppen kleidung im laden
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klamotten shoppen lust und laster mk online
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